Forte opposizione contro le riduzioni salariali

Germania, mercato lavoro, sindacato, sanità Die Welt 05-08-27

Forte opposizione contro le riduzioni salariali
Proposta
del presidente della Dihk – Camera dell’Industria e dell’Artigianato
Tedesca, Ludwig Georg Braun, che per i primi due giorni di malattia non
venga corrisposto il salario.

Forte opposizione annunciata dai sindacati
a qualsiasi tentativo di limitare la corresponsione del salario in caso
di malattia. Si sono espressi esplicitamente il capo di Dgb, Sommer, di
Ig-Metall, Peters, di Ig dei settori estrattivo chimica, energia,
Schmoldt.
Contrari: il primo ministro della Saar
Peter Müller (Cdu); il vice della Fdp: «non è una priorità» per
sgravare le imprese; rifiuto anche da parte dei rosso-verdi.
Già
nel 1996 la coalizione di Unione e Fdp aveva ottenuto che i lavoratori
dal 3° giorno di malattia ricevessero solo l’80% del salario; in
alternativa potevano farsi computare i primi due giorni di malattia
come ferie.
L’iniziativa
suscitò forti proteste sindacali, e il regolamento venne cancellato in
molti contratti. Il governo rosso-verde la annullò completamente.Die Welt 05-08-27
Heftiger Widerstand gegen Lohnkürzung
An Gehaltsfortzahlung im Krankheitsfall soll nicht gerüttelt werden
Berlin – Arbeitnehmer müssen nicht befürchten, daß sie im Krankheitsfall kein Geld mehr bekommen. Parteien und Gewerkschaften lehnten einen entsprechenden Vorschlag von DIHK-Präsident Ludwig Georg Braun einhellig ab.
Der
Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) hatte
in der WELT gefordert, an den ersten beiden Krankheitstagen die
Lohnfortzahlung zu stoppen.
Durch solche
Karenztage würden die Unternehmen finanziell entlastet. Die
Eigenverantwortung der Arbeitnehmer würde gestärkt, meinte Braun.
Die Gewerkschaften kündigten massiven Widerstand gegen alle Versuche an, die Lohnfortzahlung bei Krankheit einzuschränken. Der DGB-Vorsitzende Michael Sommer sagte, Braun sei Teil jener Unternehmenskreise, die sich von ihren sozialen Verpflichtungen lösen wollten. IG-Metall-Chef Jürgen Peters sagte:
"Daß kranke Menschen zur Entlastung der Unternehmer herangezogen werden
sollen, ist dreist und perfide." Braun habe das Gefühl für Anstand
verloren. Der Chef der IG Bergbau, Chemie, Energie, Hubertus Schmoldt, sieht solche Disziplinierungsversuche zum Scheitern verurteilt:
"Der Einsatz einer materiellen Keule ist schlicht kontraproduktiv",
sagte er der WELT und forderte die Arbeitgeber auf, ihre Beschäftigten
besser zu motivieren: "Herrscht ein gutes Betriebsklima, werden die Leute weniger krank."
Der
saarländische Ministerpräsident Peter Müller (CDU), der als
Arbeitsminister in einer unionsgeführten Bundesregierung gehandelt
wird, lehnte Brauns Forderungen ebenfalls ab.

"Mit einem solchen isolierten Vorschlag lösen wir die strukturellen
Probleme in der Wirtschaft und am Arbeitsmarkt nicht", sagte Müller der
WELT. Die wirtschaftspolitische Sprecherin der
Unions-Bundestagsfraktion, Dagmar Wöhrl verwies darauf, daß die
Lohnfortzahlung im Krankheitsfall bereits 1996 eingeschränkt worden sei.
Die Arbeitgeber hätten dies selbst wieder rückgängig gemacht. "Deshalb gibt es keinen Handlungsbedarf", so Wöhrl. FDP-Vize Rainer Brüderle sagte, die Streichung der Lohnfortzahlung habe für ihn "nicht oberste Priorität". Die Unternehmen müßten anders entlastet werden. Die
rot-grüne Koalition erteilte dem Vorstoß ebenfalls eine Absage: "Wir
wollen keine Bestrafung von Kranken", sagte der
SPD-Wirtschaftspolitiker Klaus Brandner.

1996
hatte die Koalition aus Union und FDP heftige Proteste der
Gewerkschaften ausgelöst, als sie durchsetzte, daß Arbeitnehmer ab dem
dritten Krankheitstag nur noch 80 Prozent ihres Arbeitsentgelts
bekommen sollten. Alternativ konnten sie sich die ersten beiden
Krankheitstage vom Urlaub abziehen lassen.
Zahlreiche Tarifverträge hoben diese Regelung wieder auf, die rot-grüne Bundesregierung machte sie ganz rückgängig. phn/A.G.
Artikel erschienen am Sa, 27. August 2005 © WELT.de 1995 – 2005

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